Toskanischer Marmor

Die Italiener können es einfach nicht lassen. Sie müssen aus allem etwas Besonders machen. Selbst aus kalkhaltigem Gestein. Die italienische Provinz Carrara in der Toskana birgt den enormen und in der ganzen Welt gefragten edlen Marmorschatz für sich.

Der reine weiße Schatz

Charakteristisch weiß und rein ist der Carrara-Marmor, der durch kalhaltige Ablagerungen der letzten Jahrmillionen leicht marmoriert ist. Entstanden ist der Carrara Marmor vor circa 30 Millionen Jahren, als sich die Kontinentplatten von Afrika und Europa aufeinander zubewegten und die Alpen in Apulien aufgebogen hatten. Während die Gewinnung des wertvollen weißen Marmors früher noch ein großes technisches wie logistsches Problem darstellte, ist sie heute durch moderne Technologien weitgehend optimiert.

Verwendung in Kunst und Architektur

Aufgrund seiner Reinheit haben besonders Künstler wie Michelangelo und Donatello vom Marmor „Statuorio“ Gebrauch gemacht und ihn für seine zarten Skulpturen verwendet. Heute ist der Marmor in der ganzen Welt gefragt und wird zum 75 % ins Ausland exportiert. Im eigenen Land bergen die Italiener den weißen Marmorschatz in Form der Fassade des florentiner Doms, des Campanile in Pisa und dem Petersdom in Rom für sich.

In New York enthielt das ehemalige World Trade Center an seiner Außenfassade Marmor aus Carrara in sich, wie auch einige Kasinos in Las Vegas und die Finlandia Hall in Helsinki.
Heute geht der Marmor zu 50% in arabische Länder, um beispielsweise Flughäfen stilistisch zu verfeinern und um Moscheen aus dem kostbaren Gestein zu erbauen. 3500 Menschen verdienen heute noch ihr täglich Brot mit dem Marmor, gut 1000 von ihnen direkt vor Ort in den Steinbrüchen.

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